Das 2. Planfeststellungsverfahren zur Verlängerung der Linie 1 läuft. Anwohner und Betroffene können sich bis zum 29. Juli im Ortsamt Huchting und direkt beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr über die Pläne informieren und ihre Anmerkungen dazu abgeben. Die SPD in Huchting und Grolland sieht diese Pläne kritisch, denn der Busringverkehr, das "Herz von Huchting", steht auf dem Spiel.
Auf der Informationsveranstaltung zur Straßenbahnverlängerung mit dem Bausenator am 24. April ging es hoch her. Viele Huchtingerinnen und Huchtinger waren ins Bürger- und Sozialzentrum gekommen, um sich über die veränderten Pläne zur Trassenführung zu informieren, die in einer Präsentation vorgestellt wurden. Nach dem Willen der Planer, das wurde sehr schnell deutlich, soll die Verlängerung der Straßenbahn in Huchting auf jeden Fall realisiert werden. Das müsste dann aber gegen den Widerstand der Anwohner und der örtlichen Politik geschehen. Zur Erinnerung: Der Beirat entschied sich bereits vor Jahren einstimmig gegen die BTE-Trasse.In der anschließenden Diskussion wurden zu den nachgebesserten Plänen von Kritikern folgende Punkte benannt:
- Die geplante Strecke kreuzt mehrfach die Fahrbahnen, behindert dadurch den Autoverkehr und gefährdet Schulkinder und andere Fußgänger.
- Der Schallschutz ist unzureichend, und die Gleise würden an vielen Stellen so dicht an die Häuser herangeführt, dass die Privatsphäre nicht mehr ausreichend geschützt sei.
- Nach wie vor ist davon auszugehen, dass die Straßenbahn-Verlängerung den Bus-Ringverkehr in Kirchhuchting verdrängen wird, was für Schüler und ältere Menschen unzumutbar wäre.
- Die Baukosten drohen zu explodieren.
- Anders als beispielsweise in Lilienthal soll die Bahn auf der Trasse der ehemaligen Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE) durchs Wohngebiet führen. Eine Trasse über die Kirchhuchtinger Landstraße wird nach wie vor nicht ins Auge gefasst. So komme es in erheblichem Maße zu Eingriffen in den Privatgrund.
- erheblichen Eingriffe in die Umwelt sind zu befürchten..
Laut der bahnkritischen Huchting-Initiative sprechen diese Gründe gegen die aktuelle Trassenplanung.
Nun läuft bis zum 29. Juli das 2. Planfeststellungsverfahren für die Verlängerung der Linie 1 nach Mittelshuchting und der Linie 8 nach Stuhr/Weyhe. Anwohner und Betroffene können sich bis zum 29. Juli im Ortsamt Huchting und direkt beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr über die Pläne informieren und ihre Anmerkungen dazu abgeben.
"Wir hoffen", so Rolf Berger, Sprecher der Huchting-Initiative, "dass sich viele an dem Verfahren beteiligen, möglichst auch Menschen, die nicht unmittelbar betroffen sind."