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SPD Ortsverein Huchting-Grolland

Die Straßenbahnverlängerung gehört auf´s Abstellgleis

Die Huchtinger Sozialdemokraten geben nicht auf! Jetzt bringen wir einen Bürgerantrag auf den Weg, damit die Straßenbahn in Huchting nicht verlängert wird.

Wir  sehen mit Sorge, dass die Pläne für eine Verlängerung der Straßenbahn in Huchting auf Kosten des bestehenden Busringverkehrs voranschreiten. Ungeachtet der ablehnenden Haltung der Huchtinger Bürgerinnen und Bürger hat der Bausenator mit den Nachbarkommunen im Bremer Süden bereits bindende Verträge geschlossen und die Brücke über die B 75 ausgebaut. Die neue Brücke sieht bereits einen breiten Streifen für die Schienen vor. Außerdem hat die Baudeputation in Blick auf den Ausbau Mittel in Höhe von 2,2, Millionen Euro für den weiteren Ankauf von Grundstücken beschlossen. Darauf hatten wir vor Ort politisch keinen Einfluss.

Die SPD in Huchting kritisiert diese Pläne nach wie vor. Wir halten es angesichts leerer Kassen für nicht vertretbar, sie zu realisieren, zumal die prognostizierten Kosten durch die Verzögerung voraussichtlich um ein Vielfaches steigen werden. Wir werden den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin ein Forum für ihre Kritik an der Verkehrsplanung bieten und Ihre Meinungen in die politische Arbeit auch unserer eigenen Partei einbringen.

Zur Erinnerung: Der Beirat Huchting hat sich bereits vor Jahren einstimmig gegen die Pläne ausgesprochen. Diese wurden inzwischen zwar teilweise verändert, doch nach wie vor können wir uns als SPD Ortsverein Huchting-Grolland folgenden Kritikpunkten an den "nachgebesserten" Plänen nur anschließen:

  • Die geplante Strecke kreuzt mehrfach die Fahrbahnen, behindert dadurch den Autoverkehr und gefährdet Schulkinder und andere Fußgänger.
  • Der Schallschutz ist unzureichend, und die Gleise würden an vielen Stellen so dicht an die Häuser herangeführt, dass die Privatsphäre nicht mehr ausreichend geschützt wäre.
  • Nach wie vor ist davon auszugehen, dass die Straßenbahn-Verlängerung den Bus-Ringverkehr in Kirchhuchting verdrängen würde, was für Schüler und ältere Menschen unzumutbar wäre. Ärzte, Geschäfte, Sparkasse, Ortsamt und Polizei wären zukünftig nur durch Umsteigen, verbunden mit längeren Wartezeiten erreichbar.
  • Anders als beispielsweise in Lilienthal soll die Bahn auf der Trasse der ehemaligen Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE) durchs Wohngebiet führen. Eine Trasse über die Kirchhuchtinger Landstraße wird nach wie vor nicht ins Auge gefasst. So komme es in erheblichem Maße zu Eingriffen in den Privatgrund.
  • Eingriffe in die Umwelt sowie eine erhebliche Schädigung der Flora und Fauna durch den Verlust vieler Bäume und Sträucher, die für viele Tierarten (auch seltene Arten) den Lebensraum bedeuten, sind zu befürchten.
  • Da die Baukosten zu explodieren drohen, ist die Finanzierung der gesamten Baumaßnahme keinesfalls gesichert und ein volkswirtschaftlicher Nutzen nicht zu erkennen. In einem Haushaltsnotlageland ist ein derartiges verkehrspolitisches Projekt verantwortungslos.
  • Bürgerbeteiligung darf nicht nur vorgaukelt werden, ein echtes Mitspracherecht der Bürger gemäß dem einstimmigen Votum des Beirates gegen die Verlängerung der Linien 1 muss gewährleistet werden. Und wir bekräftigen erneut den Beschluss unseres OV: Falls die Linie 8 verlängert wird, lehnen wir eine Streckenführung über die BET-Trasse ab und treten für ein Anbindung der Umlandgemeinden über die Kirchhuchtinger Landstraße ein.

Auf den Informationsveranstaltung zur Straßenbahnverlängerung ist es stets hoch hergegangen. Viele Huchtingerinnen und Huchtinger haben deutlich gemacht: Sollte die Verlängerung der Straßenbahn in Huchting realisiert werden, dann würde dies gegen den Widerstand der Anwohner und der örtlichen Politik geschehen. Wir haben dazu kürzlich auch eine Umfrage duchgeführt, an der rund 1.600 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen und den Erhalt des Ringverkehrs in gewohnter Streckenführung und Taktung gefordert haben.

Wir sagen: Das Projekt ist eine Fehlplanung von vorgestern, das leider auch Sozialdemokraten befürworten. Wir als SPD Huchting-Grolland starten einen Bürgerantrag, denn wir sagen:. Huchting braucht Schulen, keine Schienen.

© Foto: Sabine Hatscher

 
 

Jetzt mitmachen: Bürgerantrag

Wir lassen nicht locker und machen weiter. Das ist unser Bürgerantrag, mit dem wir die Kritiker der Straßenbahnverlängerung in den nächsten Wochen an Ständen und Haustüren mobilisieren. Wenn Sie wollen, dass der Bus in Huchting auch morgen noch verlässlich fährt, dann unterschreiben Sie jetzt:

Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf, das Vorhaben der Verlängerung der Linie 1 nicht weiter zu verfolgen und stattdessen den Bus-Ringverkehr aufrechtzuerhalten.

Begründung: Durch die Verlängerung der Linie 1 und den Wegfall des Bus-Ringverkehrs in seiner bestehenden Art, wird der örtliche ÖPNV für die Huchtinger Bürgerinnen und Bürger erheblich verschlechtert. Der Stadtteil wird gespalten und die Abfahrzeiten werden negativ beeinträchtigt. Insbesondere ältere Menschen im Stadtteil würden dadurch in ihrer Mobilität eingeschränkt. Weite Wege und längere Fahrzeiten wären die Folge. Die errechneten Fahrgastmehraufkommen bei einer  Verlängerung der Linie 1 von mehreren Tausend Bürgerinnen und Bürgern in einem bestehenden ÖPNV ohne Park & Ride sind schlechtweg unrealistisch. Dadurch stehen die Refinanzierung und Rentabilität auf überaus wackeligen Beinen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung stellt weder auf der Kosten- noch auf der Nutzenseite zufrieden.